Capture Clip Pro

Für eine bevorstehende Höhentour in den Alpen benötigte ich eine Kamerabefestigung, die mir den schnellen und sicheren Zugriff auf die Kamera erlaubt. Ein Blackrapid, Carryspeed oder Sunsniper Kameragurt kommen hierfür nicht in Frage, weil die beim Klettern und Wandern durch „Gebaumel der Kamera“ zu stark stören. Diese Kameragurte sind eher für Events oder Städtebesuche geeignet. Der Peak Design Capture Clip Pro scheint dagegen für diese Aufgabe geeignet. Doch hält der Clip, was die Marketingleute in ihren Promotionsvideos versprechen?

Was muss der Clip können?

Hier eine Liste der Anforderungen, die die Befestigung bei eine Höhentour in den Alpen leisten muss:

  • sichere Befestigung der Kamera
  • schneller Zugriff
  • einfache Entnahme, am besten einhändig
  • kein Gebaumel irgendwo am Körper
  • kein unfreiwilliges Öffnen auch bei langen Touren
  • leicht und nicht zu groß

Befestigung am Gürtel, Rucksack oder?

Der Peak Design Capture Clip Pro kann quasi überall am Gürtel, an Trageschlaufen oder sonstwo am Rucksack befestigt werden. Die Montage ist recht einfach: Zunächst wird das Unterteil unter Gürtel/Trageschlaufe geschoben. Dann schnappt man das Oberteil ein, und zum Schluss dann fixieren zwei Rändelschrauben den Clip. Der Hersteller gibt eine Kompatibilität der Tragegurte / Gürtel bis zu einer Dicke bis zu 7.6mm an. Meistens ist der Schultergurt vom Rucksack dicker, aber dieser lässt sich noch zusammendrücken, sodass eine Bestigung da auch möglich ist.

Bevor es auf die Alpentour ging, habe ich in einem Dry Run die beste Position für die Kamerabestigung gesucht. Da ich Rechtshänder bin, montierte ich den Clip an dem linken Schultergurt vom Rucksack. Einklinken und Ausklinken ging gut, dies einhändig zu tun, erfordert ein wenig Übung. Geübt habe ich mit einer Panasonic G70 Kamera und einem Olympus M.Zuiko 12mm f2.0 Objektiv mit einem Gesamtgewicht von 600g. Ich habe den Clip anschließend am Hosengürtel und auch am unteren Tragegurt des Rucksacks befestigt und bin so ein paar Meter gelaufen – das ging gar nicht! Die Kamera baumelte störend und ist bei der Bewegung der Arme im weg. Also kein John Wayne in den Alpen! Folglich ist für mich die einzige Position die Befestigung des Clips am Rucksackschultergurt.

Capture Clip Pro

DLSM oder DSLR – die Gewichtsfrage

Der Hersteller wirbt damit, dass der Clip selbst eine DSLR mit einem 70-200mm Objektiv tragen kann. Das wollte ich natürlich ausprobieren. Ja, es geht. Aber das Gewicht reisst den Gürtel oder die Trageschlaufe entsprechend runter. Selbst bei der Position am Schultergurt ist sich damit zu bewegen einfach unpraktisch, da die Kombi recht schwer ist und wegen des tiefen Schwerpunkts in der Bewegung viel wackelt. Peak Design bietet als Abhilfe das Propad an. Ich glaube ich bin einfach nicht der Typ, der schwere Kameras am Gürtel trägt.

Fertigungsqualität und Usability

Die Fertigungsqualität ist auf hohem Niveau. Die Befestigung ist aus exloxiertem Aluminium. Ich mag Produkte, die durchdacht und präzise gefertigt sind. Das Spiel zwischen Kameraplatte und Clip ist genau richtig. Bei zu großem Spiel würde es Klappern – bei zu wenig wären Entnahme und Befestigen entsprechend schwierig.
Drücken des roten Auslöseknopfes beim gleichzeitigen Hochschieben entnimmt die Kamera aus dem Clip. Mit ein bisschen Übung ist das auch einhändig machbar.
Es gibt eine zusätzliche Rändelschraube am Clip zur zusätzlichen Sicherung vor ungewolltem Auslösen. Die Rändelschraube geht recht schwergängig, und hat recht viele Gewindegänge, um praktikabel zu sein.

Haptik und Design

Die Kameraaufnahme Peak Design Capture Clip Pro ist Arca-Swiss kompatibel – für mich wichtig, da ich das Manfrotto Pixi Evo auf der Alpentour mithatte und dort ab und zu die Kamera befestigen konnte. Der Clip hat ein 1/4 Zoll Gewinde, dass in die Aufnahme des Ministativs passt. So hätte ich jedesmal den Clip abmontieren, auf das Ministativ drehen und anschließend die Kamera aufsetzen müssen. Ziemlich kompliziert. Wollte ich das? Nein, den Clip demontieren dauert zu lange. Also kaufte ich noch eine Mengs-Klemme, die die Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatte des Clips aufnehmen kann. Trotz des zusätzlichen Gewichts halte ich das für eine praktikable Lösung.

Praxistest nach 7 Tagen Alpenwanderung?

Der Peak Design Capture Clip Pro hat sich während der Alpentour bewährt. Ich hatte zu keiner Zeit die Sorge, die am Clip gesicherte Kamera zu verlieren. Das Tragen der DSLM mit leichtem Objektiv ist an der Position des Rucksack-Schultergurts angenehm und unauffällig. Klettern ist auch kein Problem. Mit ein bisschen Übung ist die einhändige Entnahme der Kamera auch einhändig machbar, und auch notwendig, wenn sich die andere Hand am Klettersteig festkrallt (oder die Wanderstöcke hält). Die zusätzliche Rändelschraube, die ein ungewolltes Auslösen verhindert, habe ich während der gesamten Tour nicht benutzt.

Auch habe ich auf eine zusätzliche Kameraschlaufe verzichtet, weil ich die schon beim Dry Run als störend empfand. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Panasonic G70 Kamera liegt allerdings gut und sicher in meiner Hand und ich hatte keine Sorge, die Kamera zu verlieren. Wem das zu gruselig ist, kann sich diese Lösung ansehen. Auch der Wechsel von Camera Clip zu Stativ danke der zusätzlichen Stativklemme hat sich als eine gute Lösung herausgestellt und ging schnell und praktikabel von der Hand.

Verbesserungspotenzial

Wir kennen das schon von den Kameragurten, dass die Angst vor einem ungewollten Auslösen ein regelmäßiges Kontrollieren bewirkt (und man alles andere als entspannt ist). Das ist beim Capture Clip anders. Selbst nach ein paar Tagen Wandern verharrt der Clip in seiner ursprünglichen Position, und die Kamera rastet mit Hilfe der Schwerkraft sicher ein. Da gibt es nichts zu meckern.

Lediglich zwei kleine Kritikpunkte sind mir aufgefallen:

  • Für das Gefühl der sicheren Befestigung der Kamera könnte es ein wenig lauter „Klack!“ machen, wenn der Sicherungshebel zurückschnallt. Manchmal ist gar kein Klickgeräusch wahrzunehmen, das verunsichert, auch wenn die Kamera bei mir immer eingerastet ist.
  • Die zusätzliche Sicherung ist zu schwergängig und wegen des feinen Gewindeganges Mmittelmäßig praktikabel. Eventuell ist hier ein Schieber eine technisch bessere Lösung.

Fazit

Der Preis ist für das Produkt nicht ohne. In Anbetracht der gebotenen Lösung, der Qualität und der Praktikabilität kann der Preis dennoch als angemessen bewertet werden. Ich möchte den Peak Design Capture Clip Pro nicht mehr missen und er zählt zu meiner Standardausstattung auf Wandertouren. Wer weniger investieren möchte, kann auf den Peak Design Capture Clip zurückgreifen. Der einzige Unterschied scheint mir die fehlende Kompatibilität zu ArcaSwiss-Platten zu sein. Durch den geringen Preisunterschied und der Kompatibilität würde ich eher zu dem Pro Clip raten. Amazon Link:

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