Sigma 50mm F1.4

Das Sigma 50mm f1.4 Art soll eines der schärfsten Objektive für Nikon FX und DX sein. Macht so ein Trumm an einer Nikon DX Kamera überhaupt Sinn? Lohnt sich der fünffache Preis gegenüber dem Nikon 50mm f1.8?

Wir haben mit dem Sigma 18-35mm f1.8 äußerst positive Erfahrungen machen können. Sigma hat mit der Art-Serie eine ganz neu Klasse von Objektiven aufgelegt, und dies war eines unter den ersten. Überzeugen konnte das Objektiv nicht nur in Haptik und Design, sondern vor allem in der Abbildungsqualität. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an das Sigma 50mm f1.4.

Erster Eindruck

Das Sigma Sigma 50mm f1.4 ist genauso wie das Sigma 18-35mm f1.8 ein ansprechendes Produkt der Sigma Art-Serie. Die Haptik ist hervorragend, der Schärfering dreht präzise, allerdings für meinen Geschmack mit ein wenig zuviel Friktion. Größe und Gewicht sind beachtlich, ist eben viel Glas verbaut. Obwohl hochwertige Kunststoffe verwendet werden, kommt die Anmutung an manche CarlZeiss Objektive nicht heran – aber da reden wir auch noch mal von einer ganz anderen Liga.
Wie auch beim Sigma 18-35mm f1.8 ist der AF/MF Schalter ein wenig fummelig. Wie auch beim dem Schärfering könnte dies Absicht seitens Sigma gegen unbeabsichtigtes Verstellen sein.
In der Summe stimmt der erste Eindruck – das Sigma 50mm f.1.4 ist ein hochwertiges Produkt.

Praxistest

Ich benutze das Objektiv mit einer Nikon D7100 Kamera. Ich habe während der Dämmerung und tagsüber bewegte als auch stehende Objekte fotografiert. Das ist mir aufgefallen:

  • Auf dem Stativ macht das Objektiv einen Klasse Job. Bereits bei Offenblende knackscharf. Kaum Fehlfokus, selbst bei Dämmerung.
  • Frei stehende Objekte werden ebenfalls knackscharf abgebildet, aus aus der Hand, entsprechende Verschlusszeit vorausgesetzt.
  • An einem Kirchturm habe ich die Verzeichnung des Objektivs getestet. Bei einem 50mm Objektiv ist sie per se gering, und auch das Sigma leistet sich hier keine Überraschung.
  • Die Chromatische Aberretion ist kaum sichtbar, auch nicht bei Offenblende. Exzellent! Ganz anders als das Nikon 85mm f1.8.
  • Aufgrund der einzigartigen Schärfeleistung ist in der Kombination Objektiv und Sensor der D7100 Moirébildung möglich, gesehen auf Kleidungsstücken und Jalousien. Das sind aber immer Sonderfälle, und sollten vom generellen Kauf des Objektivs nicht abhalten.
  • Zum Bokeh kann ich nicht viel sagen, denn das ist meistens Geschmacksache. Ich mag es.
  • Der Kontrast der Fotos ist sehr gut, die Fotos sind crisp (knackig).
  • Bei Gegenlichtaufnahmen ist eine Belichtungskorrektur absolut notwendig, um noch Zeichnung zu haben.
  • Aufnahmen mit Aufsteckblitz sind brutal scharf und zeigen jede Hautunebenheit im Gesicht. Wer das nicht möchte, sollte eher zum Nikkor 50mm f1.8 greifen.
  • Ich habe versucht, Schnappschüsse aus der Hand von bewegten Objekten zu machen (Tiere, Kinder). Tja, was soll ich sagen: 95% Ausschuss.
  • Den Objektivdeckel einzusetzen ist bei aufgesetzter Gegenlichtblende eine äußerste Fummelei. Das ist schon beim 18-35mm f1.8 nicht schön, aber hier ist es noch grausiger. Das liegt an dem großen Durchmesser und an der lieblosen Plastikausführung des Deckels.

In der Summe sind die optischen Eigenschaften des Sigma 50mm f1.4 überragend. Ein ziemlich schwerer Bolide, gut für Portraitfotographie und Städtefotografie. In Kombination mit der Nikon D7100 nach unserer Erfahrung weniger geeignet für bewegte Objekte.

Autofokusprobleme und Dezentrierung

In den Foren sind einige Berichte über AF-Probleme und Dezentrierung zu lesen. Wir können darüber nicht berichten. Unser Exemplar funktioniert wie es soll. Nur schnell bewegte Objekte schafft der AF nicht. Vielleicht ist er einfach zu langsam, d.h. die Nikon D7100 ist als Kombination nicht geeignet? Eventuell sind die Ergebnisse mit der Nikon D500 oder D750 andere …

Vergleich zum Nikon 50mm f1.8

Das Nikon 50mm f1.8 wirkt gegen das Sigma 50mm f1.4 wie ein Spielzeug. Gewicht, Größe und Preis sind bei dem Sigma fünfmal so groß wie das Nikon.

Die Unterschiede in der Bildqualität sind offensichtlich (all Bilder unbearbeitet, d.h. OOC out-of-camera). Im Direktvergleich sind die Aufnahmen vom Sigma deutlich kontraststärker. Auch sind die Motive beim Sigma und der Offenblende ganz passabel, beim Nikon sollte abgeblendet werden. Die Chromatische Abberation ist beim Sigma 50mm f1.4 so gering, dass man diese schon suchen muss, beim Nikon ist diese durch alle Blenden viel deutlicher sichtbar. Das Sigma 50mm f1.4 ist auch schon ab Blende f2 brutal scharf, das Nikon 50mm f1.8 erst bei Blende f2.8. Bei Blende f5.6 haben beide ihr Schärfemaximum.  Ohne Frage ist dies beim Sigma 50mm f1.4 größer, und auch der Schärfeabfall zum Rand ist deutlich geringer. Im Direktvergleich ist dies auch ohne Pixelpeeping zu erkennen.

Ist das Nikon 50mm f1.8 deswegen eine schlechte Linse? Überhaupt nicht. Denn es ist leicht und klein. Und für den Preis gibt es keine bessere Festbrennweite. Hier noch ein technischer Test von Traumflieger und ein Praxisbericht von Neunzehn72.

DX geeignet?

Technisch ja. Ansonsten ist die Antwort: Jaein. Das spricht dagegen: Das Objektiv ist für mein Gefühl mit einer Nikon DX Kamera zu groß und zu schwer. Das spricht dafür: Die Schärfeleistung ist auch bei DX absolut beeindruckend.

Das Sigma 50mm f1.4 ist ein Sahnestück hinsichtlich der Abbildungsqualität, und es gibt kaum Objektive, die noch schärfer sind. Aber scheinbar ist es nicht in allen Belangen passend für die Kombination mit DX. Ein Drittel leichter und kleiner wäre für das Handling besser gewesen. Und auch der AF scheint zumindest in der Kombination mit der Nikon D7100 nicht ideal zu sein.

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