Olympus M.Zuiko 12mm f2.0

Ich hatte das Olympus M.Zuiko 12mm f2.0 in silber an einer Olympus PEN EP-5. Dann habe ich alles verkauft. Wegen der Samsung NX500. Dann zog sich Samsung aus dem Kamerageschäft zurück. Also kaufte ich dass M.Zuiko 12mm f2.0 nochmal – diesmal in schwarz.

Ja das war ein bisschen verrückt, das gleiche Objektiv nochmal zu kaufen. Wenn ein Kamerahersteller eine vernünftige, leichte Zweitkamera mit APS-C Sensor mit einem leichten 24mm (auf KB) Objektiv herausgebracht hätte, wäre das nicht nötig gewesen.

Wofür nutze ich das Objektiv?

Die Brennweite von 12mm an Microfourthirds (MFT) ergibt 24mm auf Kleinbild, also eine klassische Weitwinkelbrennweite. Nachfolgend ein paar Anwendungsbereiche.

  • 4K Videos in Kombination mit einem Gimbal. Wir nutzen das 12mm Objektiv in der Kombination mit der Panasonic G81 und einem Gimbal  (Zhiyun Crane).
  • Freihandschnappschüsse von Personen / Kindern. Der Schwenkmonitor der Panasonic G81 erlaubt Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven.
  • Zeitrafferaufnahmen. Das 12mm Objektiv ist ideal für Zeitrafferaufnahmen. Durch den manuellen Fokusring lässt sich der Schärfepunkt präzise einstellen und kontrollieren. Die Randschärfe ist sehr gut.

Und was ist mit Landschaftsfotografie? Ja wenn MFT das einzige System wäre, würden wir auch Landschaften mit dem Olympus M.Zuiko 12mm f2.0 ablichten. Für Landschaftsfotografie nehmen wir allerdings eine Kamera mit großem Sensor, größerer Auflösung und hohem Dynamikumfang.

Produktqualität und Verarbeitung

Objektive aus Metall mag ich besonders gerne. Das Objektiv ist hervorragend verarbeitet. Made in Japan. Die Gesamterscheinung hat eine gewisse Anmutung, der Schärfering dreht butterweich, nicht zu fest, nicht zu lose, sondern genau richtig. Die Rändelobfläche hat eine passende breite und fasst sich angenehm an. Manueller Fokus macht einfach Spaß mit der Linse!

Die Verschiebung des Schärferinges ermöglicht die Umstellung zwischen MF und AF. Wunderschön gelöst mit einem sanften kleinen Klack. Ganz anders als die ähnliche Lösung von Tokina, die gerne sich auch mal verkantet und hängen bleibt. Nein, hier erlaubt sich Olympus keine Blöße, sondern brilliert mit bester Mechanik.

Produktqualität und Verarbeitung sind sehr gut.

Praxistest

Wir benutzen das Objektiv mit einer Panasonic G81. Das ist uns aufgefallen:

  • Die Auflösung, Kontrastwiedergabe und Farbwiedergabe sind hervorragend.
  • Der Autofokus arbeitet sehr zuverlässig, Ausschuss ist sehr selten.
  • Das Bild ist im Zentrum sehr scharf – exzellent! Zum Randbereich ist die Schärfe noch sehr gut, schon bei Offenblende, wird aber bis Blende 4 noch besser.
  • Die Chromatische Aberretion ist kaum sichtbar, auch nicht bei Offenblende.
  • Leicht sichtbare Vignette ist nur bei Blende 2.0, sonst nicht merklich.
  • Der AF ist unhörbar, und damit auch gut für Videos geeignet.
  • Die tonnenförmige Verzerrung beträgt -5.5% und wird kameraintern auf -0.7% korrigiert. Kein Fisheye-Look.

Eine besondere Aufgabe nimmt das Objektiv im Zusammenspiel mit einem Gimbal ein. Es ist klein und leicht, und ist deshalb ideal für 4K Videofilmen bestens geeignet. Das Olympus M.Zuiko 9-18mm f4.0-5.6 ist schlechter in Lichtstärke und Abbildungsqualität und damit keine wirkliche Alternative. Dann wäre da noch das Olympus M.Zuiko 9-14mm f2.8, recht preisintensiv, und lichtschwächer und größer als das Olympus M.Zuiko 12mm f2.0. Eine echte Alternative ist das Panasonic Summilux 12mm f1.4. Aber das ist deutlich schwerer, ein wenig größer und knapp doppelt so teuer.

Nachfolgend ein paar Beispielaufnahmen.

Man könnte das Objektiv aufgrund der Größe belächeln. Da sollte man sich nicht beirren lassen. Für MFT ist es ein hervorragendes Objektiv, man könnte sogar sagen, ein Sahnestück.

Gegenlichtblende

Für den Preis sollte eigentlich eine Gegenlichtblende dabei sein. Eine schöne Gegenlichtblende kommt aus dem Hause JJC. Ich mag die eckige Form. Die Gegenlichtblende JJC LH48 gibt es in silber und in schwarz. Diese Blende aus Metall ist passend zum Objektiv.
Die Gegenlichtblende wird nur aufgesteckt (ohne Bajonett) und mit einer Rändelschraube gesichert. Geht zum Verstauen auch umgekehrt. Von der Handhabung her genauso gut wie ein Bajonett.

Vergleich zum Objektiv Panasonic H-X012E Leica SG Summilux 12mm f1.4

Wir haben das Panasonic H-X012E LEICA DG SUMMILUX 12mm f1.4 zwar nicht ausprobiert, aber wir wagen doch einen Vergleich zum Olympus M.Zuiko 12mm f2.0 mit den Stimmen aus dem Netz. Spielt das Olympus in der Oberklasse, liegt das Panasonic Objektiv in der Spitzenklasse. Hier ein Praxisbericht von Patrick „Paddy“ Ludolph. Cameralabs hat beide Objektive verglichen. Die 1:1 Ausschnitte vermitteln den Eindruck, das Panasonic und das Olympus Objektiv sind im Bildzentrum gleich scharf. Das Panasonic Objektiv neigt wenig mehr zur Moirébildung. Im Randbereich ist das Panasonic Objektiv sichtbar einen Tacken schärfer und hat ein bisschen weniger chromatische Aberration bei allen Blenden. Aufgrund der Lichtstärke des Panasonic Objektivs, sind die Aufnahmen ein bisschen heller und kontraststärker. Die Unterschiede sind insgesamt jedoch so marginal, dass Unterschiede bei einem Ausdruck von 18x13cm kaum erkennbar sein sollten.

Der augenscheinlichste Unterschied ist damit die eine Blende bessere Lichtstärke vom Panasonic Objektiv gegenüber dem Olympus Objektiv. Wer darauf verzichten kann, fährt mit dem Olympus M.Zuiko 12mm f2.0 deutlich günstiger.

Hinsichtlich der Größe und Leistung hat das Objektiv einen angemessenen Preis. Mechanik und Optik sind von außerordentlicher Qulität, sodass sie dem Besitzer viele Jahren Freude bereiten werden.

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