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Seit mehreren Jahren bearbeiten wir RAW Fotos mit Lightroom. Fast 5 Jahre nun auf einem 5k iMac. Ein Erfahrungsbericht, und Blick in die Zukunft.

Arbeiten mit dem 5k iMac

Wir haben hier über unseren Umstieg vom PC zu Mac berichtet. Nach knapp 5 Jahren Erfahrung können wir sagen, dass wir den Umstieg nicht bereut haben. Mit dem iMac, und wir sprechen hier von einem hochgerüsteten Modell von 2015, lassen sich auch im Dez. 2020 prima Fotos, Zeitraffer und 4K Videosequenzen bearbeiten. Das Betriebsystem hat inzwischen mehrere Updates erfahren, und ruckelt auch in der letzten Version von 2020, Big Sur, nicht. Und das mit einem 5 Jahren alten Gerät!

Performance von Lightroom Classic mit einem 5 Jahre alten iMac

Lightroom läuft selbst auf einem betagten iMac recht flüssig. An der einen oder anderen Stelle scheint die Grafikkarte im iMac zu schwachbrüstig für den 5k Monitor, oder LR ist an dieser Stelle immer noch langsam programmiert, trotz aller Verbesserungen. Das hat sich trotz der LR Classic Updates der letzten Jahre nicht geändert. Schneller sollte es natürlich mit einem aktuellen iMac aus dem Jahr 2020 gehen, aber Wunder sollte man hier nicht erwarten.

Für die meisten Aufgaben ist die Single-Core Performance der CPU entscheidend, und die hat sich die letzten 5 Jahre wenig geändert, gerade mal 20% schneller ist die CPU geworden (Geekbench iMac Late 2015 vs. Geekbench iMac Mid 2020). Die Multicore-Performance hat sich dagegen verdoppelt. Diese kommt für Lightroom allerdings nur bei mehreren Export-Aufträgen zum Tragen. Aus diesen Gründen macht für die meisten Aufgaben hinsichtlich Lightroom die Anwendung eines iMac Pro auch wenig Sinn.

Viel wichtiger dagegen ist dabei die Grafikkarte im iMac. Hier hat sich die Performance die letzten 5 Jahre mehr als verdoppelt. Wie sich dies in der Praxis auswirkt, können wir nicht sagen, da wir nicht über ein aktuelles iMac Modell verfügen. Im Netz lassen sich nur Vergleiche zwischen den Vorjahresmodellen finden, nicht aber wie sich ein aktueller iMac gegenüber einem von 2015 in der Lightroom Bearbeitung schlägt. Zumindest auf dem Papier sollte eine Radeon Pro 5700 XT mit 16 GB GDDR6 Speicher flüssigeres Arbeiten erlauben gegenüber eine Radeon R9 M395X mit 4GB GDDR3 aus dem Jahre 2015. Das macht sich dann bei Fotos größer als 24 MP bemerkbar.

iMac, iMac Pro oder iMac mit Apple Silicon jetzt kaufen?

Wer nun aktuell mit dem Kauf eines iMac für Fotobearbeitung liebäugelt, steht mal wieder vor der Qual der Wahl. Lieber ein gebrauchtes Modell kaufen, oder das aktuelle von 2020 oder doch lieber auf den iMac mit Apple Silicon warten? Für jede Wahl gibt es gute Argumente.

iMac Mid 2017: iMacs der früheren Generation (iMac Mid 2017, Early 2019) sind gar nicht so viel schlechter von der CPU Power als die aktuelle Generation (iMac Mid 2020). 5K haben die 27″ Versionen alle, und auch das „Tapered Edge“ Aluminium Design existiert unverändert seit 2015. Am meisten hat sich in der Grafikperformance getan, und 4GB VideoRAM sollten es schon sein, um noch ein paar Jahre Freude an dem System zu haben. Und ab dem 2017er Modell ist auch Thunderbolt3 mit dabei, um mit einem einzigen Kabel ein zweites 5K Display anschließen zu können. Wer aktuell unbedingt einen iMac für die Fotobearbeitung benötigt, kann sich hier ein noch recht performantes System für einen kleineren Taler zulegen.

iMac Mid 2020: Auch wer ein aktuelles Modell kaufen möchte, und nicht auf die Apple Silicon Variante warten kann, kann dies getrost tun, auch wenn es ein wenig ungünstig vom Zeitpunkt erscheint. Wir würden uns heute so entscheiden:

  • Display: Standardglas reicht aus, denn auch der Aufpreis für das Nanotexturglas ist einfach zu hoch.
  • Prozessor: Der Core i9 bietet noch ein wenig mehr Schub als der Core i7. Ob sich der Aufpreis im Alltag wirklich lohnt, ist fragwürdig.
  • Arbeitsspeicher. Kleinste Variante wählen und selbst aufrüsten. Noch geht das.
  • Grafikkarte. Nach den Videocardbenchmarks ist die Entscheidung für eine Radeon Pro 5700 am vernüntigsten. Der Aufpreis für die XT Variante erscheint für den kleinen Leistungsschub recht hoch, und die Pro 5500 hat dagegen zu wenig Performance.
  • Speicherplatz. Die Wahl der SSD Speichergröße richtet sich der Größe der laufenden Projekte, und dem individuellen Bedarf. Wir halten 1TB aktuell für einen guten Kompromiss in Preis und Leistung. Wer mehr Speicherplatz. braucht, ist mit einer externen SSD, angebunden über USB oder Thunderbolt3, besser bedient.
  • Ethernet. Auf jeden Fall 10 Gigabit. Denn das lässt sich nicht nachrüsten, ohne einen zusätzliche Schnittstelle zu belegen.

Charmant ist übrigens auch, mittels Bootcamp Windows10 noch nutzen zu können. Das wird bei zukünftigen iMacs mit Apple Silicon eventuell nicht mehr möglich sein.

iMac mit Apple Silicon: Apple hat mit dem M1 Chip den Konkurrenten die Rücklichter gezeigt. Mehr Performance bei weniger Energieverbrauch. Und das zu einem recht vernünftigen Preis.
Nachdem das Macbook Air, das Macbook 13″ und der Mac Mini das Update bekommen haben, stellt sich die Frage, wie es weiter geht. Gerüchten zu Folge steht der M1X schon in den Startlöchern, der aber zunächst im Macbook 16″ Einzug erhalten soll.

Batterielaufzeit ist für den iMac nicht wichtig. Hier geht es um Performance. Apple wird sich nicht lumpen lassen, und nach 5 Jahren endlich ein neues Gehäuse bringen, vermutlich mit 32″ randlosen Bildschirmdisplay, eventuell sogar in 6K. Bei der aktuellen Preispolitik für ein 6K Display wird eine 32″ Version vermutlich unbezahlbar werden.  Und es könnte sein, dass das RAM festverlötet ist, und sich selbst nicht mehr aufrüsten lässt. Das wird den iMac ziemlich teuer machen.

Unklar ist auch der Zeitpunkt, wann mit einem großen iMac mit Apple Silicon zu rechnen ist: Eher Ende 2021 oder Anfang 2022?

Die Vorstellung, einen sehr performanten iMac mit ausreichend Leistungsreserven zu bekommen, ist schon nett. Die Frage bleibt aber nicht nur, wann dieser kommen wird, sondern auch wieviel der kosten wird. Wird Apple tatsächlich ein 32″ 6K Display verbauen, wird dieser iMac auf einem anderen Preisniveau starten, wie wir es heute gewohnt sind.

Tips Lightroom zu beschleunigen

Wer dies noch nicht umgesetzt hat, sollte die nachfolgenden Einstellungen in Lightroom Classic auszuprobieren. Vielleicht muss dann noch keine neue Hardware her:

  • Katalog auf eine SSD
  • Erhöhung des RAW Caches auf 200 GB
  • Keine Smart Previews
  • Katalog optimieren
  • nur ein Katalog pro Projekt
  • Histogramm verkleinern im Entwickeln-Modul
  • Gesichter Recherche ausschalten

Ein ultimativer Tipp ist, Lightroom nicht in 5K, sondern nur in HD zu starten. Das geht auf dem Mac in Programme -> Adobe Lightroom Classic (Ordner) -> Adobe Lightroom Classic (Programm) -> Information öffnen -> Häkchen setzen bei „in niedriger Auflösung öffnen“. Lightroom bekommt damit einen richtigen Performance-Boost. Wer allerdings arbeiten mit einer 5K Auflösung gewohnt ist, wird das Häkchen schnell wieder heraus nehmen.

Fazit

Jeder verfügbare 5K iMac ab 2015 hat genügend Leistung für Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom Classic V10. So zumindest mit RAW Dateien bis 24 MPix. Auch größere Dateien werden, nachdem sie einmal geladen wurden, verzögerungsfrei angezeigt. Die Schieberegler agieren direkt und ohne Verzögerung.  Wer den Pinsel und die Bereichsreparatur vielfach einsetzt, der sollte zu einem Modell ab 2017 greifen, den sonst machen sich Verzögerungen schon einmal bemerkbar. Apple arbeitet an neuen Geräten mit Apple Silicon, und Adobe hat heute schon eine spezielle Lightroom Classic Version für den M1 Chip verfügbar. Dies könnte nochmal einen drastischen Leistungsschub bedeuten, der sich allerdings erst bei RAW-Fotos jenseits der 24 MPix in der Verarbeitungsgeschwindigkeit bemerkbar macht.

Wir nutzen jeden Tag mit Freude den 5K. Er ist leise, lässt sich hübsch ansehen und Rechner und Display kommen aus einem Guss. Adobe Lightroom läuft in der aktuellen Version 2020 ohne Verzögerung. Nur bei größeren Bildern als 24MP kommt es manchmal zu kleinen Verzögerungen, die den Arbeitsfluss stören können. Da ist dann ein aktuelles iMac Modell angeraten.

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